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Wilder Westen
Details und Anekdoten




Niederländische Impressionen einer morgentlichen Zugfahrt
Snowbird
Die Rockies bei Snowbird
Virginia City
Waldstraßen - Fahrbahntrennung
Der Farn Canyon
Meteoritensichtung
(Lebenshaltungs-) Kosten in den USA
working area ahead
Highway 1 - eine Geisterfahrt
Besichtigungstour nach Alcatraz
San Francisco Cable Cars
Kitesurfer
Highway 1 - Impressionen
public library - Mail-zugang
Einkaufsversuche in Fresno
Mammutbäume
Death Valley
Odyssee
Las Vegas und Autofahren
Der Zion Canyon
Der Bryce Canyon
Die Sache mit den Zeitzonen
Canyon de Shelly, White House in between - ein Spaziergang
Mesa Verde - Cliff Palace
Oh dear - eine Rehbegegnung
Arches National Park
Antelope Island
Das Fazit der Reise





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Niederländische Impressionen einer morgentlichen Zugfahrt

Kleine Brücken, Schafe, Straßen und Gehöfte fliegen vor dem Fenster vorbei. Mit größer werdendem Abstand vom Bahndamm verlieren sie sich in den graublauen Nebelschleiern, die von den feuchten Wiesen und Kanälen aufsteigen. Nahtlos geht der Dunst in das Dunkelblau des vormorgentlichen Nachthimmels über. Letzte Sterne und die schmale Sichel des abnehmenden Mondes sind noch zu erkennen. Immer wieder tauchen dunkle Flecken im Dunst auf: Gebüsch- und Baumgruppen ragen als Inseln aus den Nebelbänken hervor.

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Snowbird

Seilbahn
Auf dem Hidden Peak, Blick Richtung NO
Der "Ort" Snowbird (im Mittel ca. 2500m über dem Meeresspiegel) ist eigentlich eine einzige Hotelanlage. Drei riesige Hotels liegen hintereinander im steil ansteigenden Tal und passen sich mehr oder weniger gut in die alpine Landschaft ein. Gerüchten zufolge gehören sie alle dem selben privaten Eigentümer. In jedem Fall gehören sie soweit zusammen, dass man die Einrichtungen der verschiedenen Häuser alle benutzen kann, wie z.B. den Computerraum in "The Cliff Lodge" (unserem Konferenzgebäude), auch wenn wir in "The Lodge" 200m weiter unten wohnen. Dazu gibt es ein großes Outdoor- und Gaststättencenter rund um die Talstation der Seilbahn, die knapp 1000m weiter hinauf, auf den "Hidden Peak" (3353m) fährt. Ein kleiner Sessellift für die Sommerrodelbahn und einzelne Schlepplifte lassen erahnen, dass man hier in einem der bedeutendsten Skigebiete der USA gelandet ist. Im Sommer von den Bergwanderern genutzt, ist Snowbird im Winter so etwas wie das St. Moritz der Rocky Mountains. Jegliche Zweifel daran verschwinden spätestens dann, wenn man mit der Seilbahn hinauffährt und die Skiliftanlagen sieht, die bis auf die Gipfel hinauf das Gelände durchziehen ...

Als besondere Attraktion für die Wochenendgäste (unter der Woche war es außerhalb der Saison vergleichsweise ruhig in Snowbird) gibt es Ende September, Anfang Oktober ein Oktoberfest in Snowbird.
In einem riesigen Festzelt wird alles geboten, was für die Amerikaner bayerische Klischees erfüllt. Von Bratwurst (die nicht ganz falsch, aber etwas zu sehr nach Nelke geschmeckt hat) mit Kraut und anderen Unaussprechlichkeiten, über weiß-blaue Dekoration bis hin zu einer Volkstanzgruppe. Vor dem Zelt gab es weitere Stände mit Souvenirs, Pretzeln (warum auch immer man das Wort Brezeln so verunstalten muss) und Winterbekleidung. Ganz wichtig: Das Bier, das hier "frei" ausgeschenkt wurde. Noch wichtiger in Mormon-Land: Auf keinen Fall durfte Alkohol vom eingezäunten Gelände des Festes mit heruntergenommen werden. Entsprechend Security stand an den Ausgängen und kontrollierte auch mal die ein oder andere Tasche.

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Die Rockies bei Snowbird

Ein kleinwenig ist die Vegetation anders, aber im großen und ganzen sieht es aus wie in den Alpen. Nadelbäume, hauptsächlich Tannen, gemischt mit erstaunlich vielen Birken, ziehen sich die grünen Hügel hinauf, die Birken großteils schon gelb. Dazwischen leuchtendes Rot herbstlicher Büsche. Intensive Farben, ein wenig indian summer feeling macht sich breit.
Heuschrecke
Ein Knatterzirper
Darüber thronen Felsmassive in verschiedenen Farben: blendend weißer Kalkstein, dunkle Basaltgesteine, auf den Nordseiten noch (oder schon) mit einzelnen Schneefeldern. Vor zwei Wochen soll es sogar hier im Tal (2600m) geschneit haben. Einzelne übrige Schneehaufen bestätigen diese Aussage, auch wenn man es bei sonnigen 20°C kaum glauben mag. Vereinzelt ist Vogelgezwitscher zu hören. Viel häufiger aber das Zirpen einheimischer Grashüpfer. Zirpen ist eine schlechte Beschreibung für das Geräusch, das die kleinen Heuschrecken im Flug von sich geben. Eher erinnert es an laut knatternd überspringende Funken einer Hochspannung. Im Laufe der weiteren Reise konnten wir feststellen, dass es diese Sorte mit dem ungewöhnlichen Gezirpe wohl in den ganzen Rocky Mountains gibt.

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Virginia City

Virginia City
Biker Convention in Virginia City
1890m über dem Meer liegt diese Touristen-Vorzeige-Goldgräberstadt im historischen Outfit, die wohl jeder aus der Fernsehserie Bonanza kennt. Eine bunte, westernreife Kulisse. Häuser aus dem vorletzten Jahrhundert mit Balkonen und Holzverkleidung, im schlichten Saloondesign oder mit Türmchen und Erkern säumen die Straßen. Und hier war die Bikerconvention, die in ganz Nordnevada alle Motelzimmer verbrauchte. Keine Cowboys, keine kauzigen alten Goldgräber, keine Maultiere, auch keine Frauen mit Hüten, wie im Werbeprospekt der Stadt. Dafür polierter Chrom, Lederjacken, Motorensound und Volksfeststimmung über die ein Sheriffpärchen hoch zu Pferd wohlwollend die Blicke schweifen ließ. Nicht nur Harleys parken an den Straßen in sauberen Reihen, deren Wert in die Millionen geht.

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Waldstraßen - Fahrbahntrennung

Die Straßen durch den Lassen National Forest (und auch in vielen Gegenden durch die wir später kamen) haben als Fahrbahntrennung eine doppelte gelbe Linie (Überholverbot). An übersichtlichen Stellen ist jeweils eine Seite der Markierungen (eine der Linien) gestrichelt um diese Stelle zum Überholen zu kennzeichnen. Beidseitig der Doppellinie sind in ca. 4m Abständen längliche Kerben in den Teer gefräst, in denen gelbe Reflektoren sitzen. Bei Nacht macht das das Fahren im dunklen Wald etwas angenehmer. Wie ein leuchtendes Rückgrat der Straße zieht sich dieses Doppelband aus gelben Punkten vor einem durch die Dunkelheit.

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Der Farn Canyon

Im Farncanyon
Volker vor einem abgestürzten Mammutbaum im Farncanyon
Ein kleiner Wasserlauf schlängelt sich durch eine nicht zu enge Schlucht. Rechts und links ragen Felswände empor, deren Fels vor lauter Farn kaum zu erkennen ist. Hier ist es noch kühler als es aufgrund des Herbstwetters an der Pazifikküste sowieso schon ist. Feuchte Luft und das Fehlen der untergehenden Sonne tun ihr übriges. Aus dem Redwood oberhalb des Canyons sind einzelne Mammutbäume herabgestürzt und liegen quer in der Schlucht. Fast erscheint der Canyon winzig, verglichen mit diesen Holzgiganten, die nur schwer in ihrer Gänze Platz darin finden.

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Meteoritensichtung

29.09.03 so gegen 20:00h: Südlich von Trinidat kurz vor Arcata (in den Humbolt Lagunes) auf der Fahrt Richtung Eureka, ziemlich genau nach Süden die Pazifikküste entlang, beobachten wir etwas, das wir nur als Meteorit erklären können. Ein heller Streif kommt von Osten her durch den frühen Nachthimmel angerast. Ca. 30 Grad über dem Horizont, zielstrebig und mit unglaublicher Geschwindigkeit bewegt sich das Objekt geräuschlos im rechten Winkel zur Küstenlinie auf den Pazifik hinaus. Die Spitze war nur schwer auszumachen, der Schweif war weiß leuchtend, sehr hell, beinahe bläulich und im Bereich der Spitze am hellsten. Nach nur wenigen Sekunden ist das Objekt dem Blick wieder entschwunden. Schwer zu sagen, ob es sich aufgelöst oder die Erdatmosphäre wieder verlassen (sprich nur gestreift) hat. Die größte "Sternschnuppe" die mir je untergekommen ist.

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(Lebenshaltungs-) Kosten in den USA

Die Lebenshaltungskosten dürften in den USA ein gutes Stück höher liegen, als in Deutschland. Auch in Zeiten des Euro gibt man bei uns besonders für Nahrungsmittel deutlich weniger aus. Aber es gibt einige bemerkenswerte Ausnahmen von dieser zu allgemeinen Aussage.
So ist z.B. das Benzin in Amerika meist ein gutes Stück billiger als hier, immerhin führen die Amis hin und wieder Krieg damit das auch so bleibt. Für eine Gallone (das sind 3.785L) haben wir zwischen 1.499$ in Albuquerque und 2.099$ irgendwo in Kalifornien bezahlt (beim damaligen Wechselkurs entspricht das zwischen 35 und 50 EuroCent pro Liter Normalbenzin). Die Benzinpreise schwanken dabei nicht nur von Region zu Region, sondern können sich sogar bei direkt benachbarten Tankstellen um bis zu zehn Cent unterscheiden. Das klappt nur, weil die Amerikaner beim Benzin wesentlich Markenbewuster sind als wir es gewohnt sind.
Eine weitere dankenswerte Ausnahme von den Kosten sind die Getränkepreise in Lokalen. Bezahlt man bei uns inzwischen für manches Getränk so viel wie für das Essen, so muss man in den USA selten mehr als 1,50$ für einen Softdrink hinlegen. Noch dazu gibt es (besonders in den Fastfoodrestaurants, aber auch in "normalen" Gaststätten) üblicherweise einen "free refill", und mit einmal bezahlt bekommt man immer wieder aufgefüllt. Wasser und Kaffee sind häufig eh umsonst und beliebig viel zu haben.
Was ebenfalls aus den erhöhten Durchschnittslebensmittelpreisen herausfällt ist Seafood. Freunde von Fisch, Garnelen und anderen Meeresfrüchten können sich in Amerika so richtig satt essen.
Was von den Amerikanern, man könnte fast tatsächlich sagen "bis zum Erbrechen", benutzt wird, sind "all you can eat" Buffets. Für den Preis eines durchschnittlichen Abendessens kann man sich hier den Bauch mit Leckereien vollschlagen bis man hinausgerollt werden muss, und das wird (ganz im Gegensatz zum "free refill" bei den Getränken) von den Einheimischen auch so gehandhabt. Kein Wunder: wenn man als Europäer einen amerikanischen Discount-Supermarkt betritt glaubt man sich den Preisen nach in einem Delikatessenladen. Ebenso muten die Preise bei den Fastfoodketten eher nach gehobenem Gastronomiebetrieb an - aber da (in der Gastronomie) zieht man bei uns ja inzwischen kräftig nach.

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working area ahead

Wieder auf dem Highway101, in einem Bereich der sich von vier auf zwei Spuren verengt ist ein Stau. Baustelle. Wir müssen stehenbleiben und schalten den Motor ab. Die Gegenfahrbahn ist leer, kein Fahrzeug dort in Sicht. Rechts am Fahrbahnrand steht der uns schon vertraute Mensch mit dem "Slow" Schild in der Hand. Üblicherweise sind es Frauen in voller Straßenarbeitermontur mit wettergegerbten Gesichtern, die diese Schilder halten und per Funkgerät mit dem anderen Ende der Baustelle absprechen ob, gerade Slow, Stop oder sonst etwas angesagt ist. Wenn mal keine Frau verfügbar ist, so haben wir herausgefunden, müssen zuerst die Männer mit langen Haaren diesen Job antreten.
Einzelne Autofahrer steigen aus ihren Wagen aus, um die ungeplante Pause zum Strecken zu nutzen oder zu sehen, was vorne los ist. Die linkeste Fahrspur unserer Richtung ist gesperrt. Nach wenigen Minuten kommt von vorne aus der Kurve ein blinkender Pfeil angefahren. Auf ein Baufahrzeug, das vorne eine Ladefläche besitzt, ist ein großer Pfeil aus Blitzlichtern montiert, der nach rechts zeigt. Davor auf der Ladefläche sitzen zwei Typen. Der rechte (von sich aus gesehen der linke) angelt während der Fahrt die Hütchen von der Straße, die die linke Fahrspur abtrennten, und reicht sie seinem Kollegen, der sie ineinander steckt.
Die Fahrzeuge vorne in der Kurve lassen den Motor an und langsam setzt sich der Stau wieder in Bewegung. Keiner der Voranfahrenden traut sich, die neu gewonnenen linke Spur zu benutzen. Auf der Gegenfahrbahn immer noch kein Verkehr. Kurz bevor es dann wirklich einspurig wird, steht wieder eine Frau mit "Slow"-Schild am Straßenrand. Nach ein paar 100m wird ersichtlich, warum es keinen Gegenverkehr gibt. In einem Bereich der Gerölllawinen-gefährdet ist, wird gearbeitet und hier muss die Gegenspur warten. Wahrscheinlich stehen die heute noch da.

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Highway 1 - eine Geisterfahrt

am Highway 1
Ein letztes Eckchen blauen Himmels an der verhangenen Pazifikküste
Immer wieder verschwindet der Highway 1 vor uns im dichten Nebel. Hier, direkt an der felsigen Küste, gibt es keine Redwoods mehr. Was aus dem Nebel auftaucht sind Felsen, niedrige Büsche und Holzhäuser mit Türmen wie gedrungene Leuchttürme. Ein Wald niedriger Bäume, so dichte Kronen, dass er von oben wirkt wie eine Wiese. Die kahlen verzweigten Stämme darunter formen einen lockeren Irrgarten.
Rechts hinter den grasbewachsenen Hügeln erscheint immer wieder der Pazifik im Dunst, Brandung auf Felsen, kleine Sandbuchten mit Möwen und Pelikanen.
Mit der Zeit wird es ganz dunkel, der Nebel dichter. Serpentinen links, Serpentinen rechts, immer an den Klippen entlang, rauf und runter. Die Straße verschwindet im Nebel, ebenso wie der Waschbär dem Volker gerade noch ausweichen kann. Ob 100m weiter eine Kurve vor dem Abgrund in den Ozean, einer Steilwand oder erstaunlicherweise ein ebenes Stück Straße verläuft, kann man nur dann gerade noch erahnen wenn ein anderes Fahrzeug entgegenkommt. So vergehen 4 sagen wir mal "interessante" Stunden, bis wir wieder auf den Highway101 zurückkommen. Bei Tageslicht und Sonnenscheinwetter muss diese Strecke aber wirklich traumhaft sein.

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Besichtigungstour nach Alcatraz

Alcatraz
Ehemaliges Hochsicherheitsgefängnis: Alcatraz in der San Francisco Bay (vom Schiff aus)
Die letzte Schiffsfahrt nach Alcatraz findet an diesem Tag um 14:15h statt und ist eigentlich längst ausgebucht. Aber es gibt noch sogenannte "Stand by" Tickets, 11.50$ das Stück. Sie garantieren keine Überfahrt. Falls jedoch andere Gäste, die voraus gebucht haben nicht erscheinen, sprich wenn die beschränkte Besucherzahl nicht erreicht wird, darf man an Bord. Ansonsten gibt es das Geld zurück oder die Möglichkeit für eine Hafenrundfahrt, die sowieso unser Alternativprogramm gewesen wäre. Wir werden vom Personal in einer Abseitsschlange mit den anderen Standby-Gästen aufgereiht und warten geduldig bis die Regulärbucher an Bord und abgezählt sind. Dann kommt unsere Schlange dran, und: tatsächlich haben wir Glück und dürfen an Bord.
Die Überfahrt dauert gut eine viertel Stunde, während der uns kalter Wind um die Ohren pfeifft. Aber unter Deck kann man kaum fotografieren und außerdem kommt ein wenig Sonne heraus. Die Golden Gate Bridge zeigt sich beharrlich in Wolken und die Mastspitzen können wir während unseres ganzen San Francisco Aufenthaltes lediglich einmal kurz erahnen.
Wir besichtigen die Insel, das Gefängnis, fotografieren von dort aus die Stadt, die Brücken und hören an, was die Ranger über die Geschichte des Ortes zu erzählen wissen. Die verschiedenen Filme die hier gedreht wurden dürfen dabei natürlich ebenso wenig fehlen wie gescheiterte Fluchtversuche und prominente Häftlinge.

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San Francisco Cable Cars

Cablecar
Am Ende der Strecke wird das Cable Car von hand gewendet
Cable Cars werden von einem Seil im Boden in der Mitte der Fahrbahn gezogen. Sie sind ein winziger, altertümlich anheimelnd aussehender Waggon, der von 3-4 Leuten bedient wird. Am Ende der Fahrspur ist ein Schienenrondell. Der Cable Car wird daraufgeschoben und mit Muskelkraft sammt Rondell herumgedreht, so dass er in umgekehrter Fahrtrichtung wieder auf sein eigentliches Gleis zurückgeschoben werden kann. Die Fahrgäste steigen ein. Ein Schaffner mit dicken Handschuhen legt den riesigen Hebel vorne in der Mitte um, der den Cable Car auf dem Seil einrastet und die Bremse löst. Während die ruckelige Fahrt beginnt, kassieren die anderen Schaffner, händigen die Tickets aus und geben Tips, wo und wie man aussteigen kann usw.

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Parasurfer?

Surfer
Kitesurfer am Highway 1
Inzwischen hab ich auch herausbekommen, dass es sich bei diesen Wassersportlern um Kitesurfer handelt. Sie stehen auf einem kurzen rundlichen wirkenden Surfbrett mit drei Fußlaschen und lassen sich von einer Mischung aus Lenkdrache und Paragleitschirm (eben dem "Kite") an langen Seilen über das Wasser ziehen.

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Highway 1 - Impressionen

Der Highway Nr. 1, die Straße an der Pazifkiküste. Wir folgten ihr ab ihrem Beginn südlich von Eureka bei Legget bis San Francisco und einen Tag später von dort weiter bis Castroville, wo wir die Küste Richtung Salinas verließen.
Von der nördlichen der beiden Strecken sahen wir nur relativ wenig, da wir den größten Teil davon in der hereinbrechenden Nacht und dichtem Nebel zurücklegen mussten. Hier windet sich der Highway 1 über unzählige Serpentinen, so dass wir für die Strecke von Legget nach San Francisco gut 5 Stunden brauchen, obwohl sie nur 210mi / 338km lang ist, damit allerdings ca. 25mi / 40km länger als der im Landesinneren verlaufende Highway 101. Wenn man etwas von dieser Strecke haben will, die landschaftlich wirklich sehr schön ist, sollte man mindestens einen Tag einplanen, mit ausgiebigen Strand- und Landschaftsbesichtigungen ruhig mehr.
Für Leute mit empfindlichem Magen empfielt sich eher die Küstenstraße südlich von San Francisco. Landschaftlich ebenso schön mit zahllosen Strandbuchten zwischen Felsen, viele mit eigenem Parkplatz. Hier ist es allerdings nicht mehr so grün wie im Norden von San Francisco, wo oft der niedrige Wald bis an die Küste heranreicht. Im Vorbeifahren sammeln sich flüchtige Eindrücke einer südlich herbstlichen Gegend: Pumpkinfelder, Maisirrgärten, Strohballenburgen, Strohpyramiden mit Pumpkins, Surfer, Paragleiter... Häufig kommt man durch kleine Ortschaften oder an einsiedlerischen Motels vorbei, die mit direktem Blick auf die Pazifikbrandung dazu einladen, die Strecke in mehrere Fahrtage aufzusplitten. Wer weiß was die kosten. Ab Santa Cruz verlässt der Highway1 vorübergehend die unmittelbare Küste und verläuft inmitten weiter, ebener Felder.

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public library - Mail-zugang

Nach dem Tip eines schwäbischen Arbeitskollegen, hatte ich auf der Suche nach einem Internetzugang im Motel6 aus dem Telefonbuch eine Public Library herausgesucht. Es gab genau eine im Telefonbuch von Salinas, dem Namen nach wohl eine Außenstelle der Collage Library von San Ardo - was und wo immer das auch sein mag. An der Motelrezeption kannte niemand die Moro Road in der sie liegen sollte. Der Postleitzahl nach war es aber unsere Richtung und in der Richtung gab es auch noch die Post und einen K-Mart zu dem wir wollten. In der Post bekamen wir dann eine Wegbeschreibung zur Moro Road, über den Highway.
Nachdem wir aus Salinas herausgefahren waren und auch noch den Nachbarort Prunedale hinter uns gelassen hatten, glaubten wir nicht mehr daran, noch die passende Ausfahrt zu finden. Man muss sich diesen "Highway" wie eine größere deutsche Bundesstraße vorstellen, die sich durch eine leicht bewaldete, hügelige Landschaft windet. Hier und dort stehen einsame Wohnhäuser herum, gibt es einzelne Gärten.
Irgendwo im Nirgendwo war dann Moro Road als Exit angeschrieben. Wir fuhren raus und folgten einer winzigen löchrigen Straße, vorbei an den Grundstücken und Häusern von Leuten, die nicht gerne in Städten wohnen. Sollte es hier eine Bibliothek geben, dann wahrscheinlich eine kleine Bruchbude mit drei Büchern und ganz bestimmt keinem Computer oder gar Internetanschluss. Wir suchten die Hausnummer 17822 und auf die Straße gelangten wir kurz unterhalb von 19000. Also fuhren wir die achtzehntausender ab. Wahrscheinlich handelt es sich um Meilenangaben (18 Meilen) gefolgt von einer dreistelligen Hausnummer.
Als wir wirklich nicht mehr an die Bibliothek glaubten, lag links vor uns ein kleines Stadtzentrum mit Verwaltung, Krankenstation und in der Tat einer Bibliothek. Die erwies sich als gar nicht einmal so klein und war tatsächlich neben Rechnern für Literaturrecherche auch mit 9 Internetrechnern ausgestattet. Also schrieben wir an der Information unsere Namen in eine Liste als Anmeldung und konnten dann beliebig und - dem Schwaben sei dank - wirklich umsonst surfen und mailen. Die einzige Schwierigkeit bestand für Volker nun noch darin, eine Möglichkeit zu finden, sich in der Uni einzuloggen. Das System erlaubte verständlicher Weise nicht, Programme, also auch eine ssh, aus dem Browser heraus zu starten. Ein passendes Javaapplet löste das Problem schließlich.

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Einkaufsversuche in Fresno

Der erste Supermarkt (Grocer outlet) hatte keine sinnvollen Getränke.
Tanken - die erste Tankstelle in Motelnähe hatte kein Benzin mehr. Wahrscheinlich hatten die Biker alles leergesoffen.
Ein Laden namens "Target" entpuppte sich bei näherem Vorbeifahren als Bau- und Gartencenter.
Die nächste Tankstelle hatte Benzin und war sogar recht günstig.
Und dann kamen wir in den Laden, der sich "Costo Wholesale" nennt. Und das war es dann wirklich auch: ein Wholesale, ein echtes Alles-Kaufhaus. Palettenweise wurde hier in einer Halle, die mindestens zwei Fußballfelder umfasst, alles verkauft, was man sich vorstellen kann. Dabei wurde auf Optik kein Wert gelegt. Das meiste gab es wirklich direkt von der Palette. Kleidung türmte sich auf zimmergroßen Tischen. Kleine Mengen wurden erst gar nicht angeboten. Majonaise in 3 Liter Familiengläsern, Filme im Multipack der für mehrere Urlaube reicht, Getränke- und andere Dosen ab 24-Stück-Paletten aufwärts. Irgendwann standen wir, nachdem wir genug gestaunt hattten, mit einer Palette Dosen, einer Tüte Bananen und einem großen Badetuch an der Kasse in der Schlange. Als wir dran kamen, mussten wir feststellen, dass der gigantische Laden nur für Mitglieder ist (Beitrag ab ca. 50$ aufwärts pro Jahr, je nach Mitgliedsart). Die Frau vor uns erkannte unser Dilemma und half spontan mit ihrer Mitgliedskarte aus. Allerdings konnten wir nur bar zahlen. Die Mitgliedskarte war scheinbar die einzige akzeptierte Kreditkarte. Draußen sahen wir uns nochmal um und stellten fest, dass in der Tat nirgends darauf hingewiesen wurde, dass dieser Laden auschließlich für Mitglieder sei. Allerdings werden großflächig die verschiedenen Mitgliedskarten angepriesen.

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Mammutbäume

Kuestenmammutbaum
Ilja am Fuß eines Redwoods. Dieser Küstenmammutbaum war Opfer eines Blitzschlags
Kalifornien ist das Land der Mammutbäume, der hölzernen Riesen. An der Küste, in Nordkalifornien, finden sich die sogenannten Redwoods, die Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens). Sie sind relativ schlank, werden bei einem Basisdurchmesser von maximal 6.7m bis zu 112m hoch, was eine Gesamtmasse von bis zu 725t ausmacht. 2000 Jahre können diese Bäume alt werden. Neben der Vermehrung durch die Samen aus den Zapfen, können sich diese Nadelbäume auch durch Sprossung vermehren. Dabei wachsen ringförmig um den Hauptbaum neue Stämme aus dem Grundstock. Stirbt der "Mutterbaum" bleibt ein Kreis junger Bäume übrig.
Bergmammutbaum
Einer der stämmigen Mammutbäume im Sequoia National Park
Die Mammutbäume in der Sierra Nevada, dem bewaldeten Gebirge, das den Yosemite Nationalpark ebenso umfasst wie Kings Canyon und Sequoia, unterscheiden sich von den Küstenmammutbäumen. Sie können sich nicht durch Sprossung vermehren, werden mit maximal 95m nicht so hoch. Dafür sind sie deutlich stämmiger. Bei einem maximalen Basisdurchmesser von gut 12m erreichen sie Massen bis zu 1220t. Auch Rinde und Äste sind deutlich dicker.
Für die Vermehrung der Mammutbäume sind Waldbrände unerlässlich. Den Riesen können die Feuer ebensowenig anhaben wie Insekten und meist sterben sie erst, wenn ihre Wurzeln das gigantische Gewicht nichtmehr halten können und sie umstürzen. Waldbrände sorgen dafür, dass das Unterholz, das aus anderen Arten, besteht zerstört wird und sich eine nährstoffreiche Ascheschicht bildet. Deswegen öffnet auch erst ein Feuer die Zapfen der Mammutbäume und gibt die Samen frei, die am Boden nun Licht und Nährstoffe finden um zu einem neuen Giganten werden zu können.

Zurück - Redwood National Park (29.09.03)
Zurück - Sequoia National Park (05.10.03)


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Death Valley

Es gibt Vegetation hier oben in der Halbwüste am Emigrant Pass auf 1800m. 30cm hohe Büsche und Kräuter wachsen an den steinigen Hängen. Zumeist dornig und grau bis braun. Sehr wenig grün, dafür aber etliche gelbe Blütenstände. Erstaunlich auch, dass hier noch Tiere leben. Immer wieder fliegen kleine Vögel über die Straße, schwalbenartig, etwas kleiner und schwarz-weiß oder bräunlich gemustert. Kleine Nagetiere, mausartig, huschen durch die Trockenheit.
Geologie
Volker zwischen den Salz-Lehmkristallen von Devils Garden. Hintergrund: Artists Palette
Mit jedem Meter, den wir weiter nach unten kommen wird der Pflanzenbewuchs spärlicher, kleiner, trockener. Dafür wachsen neben der Straße hier wieder höhere Sträucher, bis 1,5m oder einzelne sogar über mannshoch.
Salzkristalle
Salz-Lehmkristalle in Devils Garden
Strömungsartige Strukturen im Kies zwischen den Pflanzen sind deutliche Anzeichen dafür, dass hier ein ausgetrocknetes Flussbett neben der Straße verläuft. Weiter unten verliert es sich im Geröll der Talsohle. Wir sind da: Death Valley. Ein weites Tal, umrahmt von kargen, schroffen Bergketten. Der Talboden besteht größtenteils aus Steinwüste, Kies und Schotter in allen Farbschattierungen, weite Lehmfelder und dazwischen Bereiche mit Sanddünen. Hier im westlichen Teil alles durchwachsen von niedriger Vegetation, gleichmäßig spärlich verteilte Büsche verschiedenster Art, je nach Untergrund und Lage.

Death Valley sieht aus, als ob die Erbauer der Welt hier alle Reste zurückgelassen haben, wie eine riesige geologische Müllhalde. Hier wurde die ganze Geologie der Erde in einer gigantischen Töpferstube und Steinmetze geschaffen um dann an ihre Bestimmungsorte gebracht zu werden. Die Reste, die Fehlversuche und Strukturen, die einfach zu unglaubwürdig waren, blieben in diesem gigantischen Loch im Boden zurück.

Roadrunner
Der überhitzte Roadrunner
Das Klima im Tal des Todes ist extrem. Bei unserem Besuch anfang Oktober herrschten hier 40°C. Die Luft war so trocken, dass man von den 40°C aber kaum etwas merkte. Dafür war der Trinkwasserverbrauch enorm. Ohne Vorsatz, ohne übermäßigen Durst, kippt man einen Liter Wasser nach dem anderen in sich hinein - jetzt wusste ich endlich wie Volker sich normalerweise fühlt. Kaum zu glauben und auch nicht wirklich zu merken, dass man das alles wieder herausschwitzt.

Auf dem Rasen vor dem Visitor Center jagte ein Roadrunner nach Libellen. Um das Center ist so etwas wie eine Oase mit Palmen, Campingplatz usw., das einzige natürliche und richtige Grün in dieser "Hölle". Der Roadrunner duckte sich ins Gras und folgte aufmerksam dem Flug der Insekten mit dem langen, leicht geöffneten Schnabel. Als eine Libelle über ihn hinwegschwirrte, sprang er auf und fing sie aus der leichten Rückwärtsdrehung seines Sprungs heraus geschickt im Schnabel auf. Wäre interessant herauszufinden, wie der Vogel mitten ins Death Valley gekommen ist. Vielleicht als blinder Passagier auf einem Auto. Aber es scheint nur diesen einen Vogel dort zu geben. Das weitere Witzige ist, dass es nicht nur mein einziger fotografierter Roadrunner ist, sondern auch der einzige Roadrunner, den mein Bruder fotografieren konnte (ein Jahr zuvor), obwohl er über ein Jahr in New Mexico gelebt hat.

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Odyssee

Laut Karte kommt man vom "Devil's Hole" gerade nach Nordosten auf die Fedaral Route 95 nach Vegas. Irgendwann führt die Schotterpiste, mit deren Hilfe wir weiter Staub auf dem inzwischen nicht mehr roten Mietwagen anhäufen, nach Norden, nach Nordwesten und plötzlich in den wunderschönen Sonnenuntergang hinein. Immer wieder zweigen andere Schotterpisten ab. Es dunkelt. Im offenen Gelände ist außer uns weit und breit kein Leben auszumachen. Nicht einmal Pflanzen, nur Steinwüste und Schotterpisten. Wir entschließen uns, nach Norden abzubiegen, wo wir auf die 95 treffen sollten. Immer wieder verzweigt sich die Piste. Dann stehen wir vor einem verfallenen Tor auf dem etwas von "no trespassing" steht. Wo sind wir? Vielleicht sollten wir in dieser Richtung nicht weiter vorrücken. Wir kehren um, suchen wieder den Weg nach Westen. Es wird dunkler, vor uns in der Ferne sind Lichter zu erkennen. Als es nahezu völlig Nacht ist erreichen wir bei einem Motel die Nevada State Route 373 und machen uns auf den langen Weg nach Vegas.

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Las Vegas und Autofahren

LV bei Tag
Der Strip am Tag. Links: Bellagio ohne Fontainen
Nach kurzer Irrfahrt, die uns auch durch das Self-Parking des Bellagio Hotels führte, waren wir nach knapp 20min auf dem Interstate 15. "Self parking" im Gegensatz zum "valet parking". Das Bellagio hatte einen Security Check an der Einfahrt zum Parkhaus und der nette Mann, der in unseren Kofferraum schauen wollte, klärte uns nach zwei Wochen endlich darüber auf, wie man den (Kofferraum) ohne Schlüssel von innen (vom Fahrersitz aus) auch öffnen konnte.
Wenn man nicht gerade auf gemütliches Sightseeing by car aus ist, sollte man es vermeiden, längere Strecken durch Las Vegas auf den Stadtstraßen zu fahren. Selbst unter der Woche ist hier ganztags reichlich Verkehr und die meiste Zeit steht man vor Ampeln, die erstaunlich lange Rotphasen besitzen. Angesichts der teilweise 14-spurigen Kreuzungen vielleicht verständlich. Die einzige Möglichkeit, den vielen Kreuzungen auszuweichen, besteht darin, möglichst zielstrebig den Highway anzufahren, der sich durch die Stadt zieht. So man denn eine Auffahrt findet. Nicht immer sind sie ausgeschildert und nicht immer führen scheinbare Querstraßen auf die nächste Straße, wie die sauber rechtwinklige Struktur des Straßennetzes vermuten lässt. Da biegt man an der Ampel in eine vierspurige Road ein und findet sich unvermittelt in der Einfahrt eines Hotels wieder. Ohne Möglichkeit zu wenden bleibt einem nichts anderes übrig, als deren Drive-through Line zu benutzen oder ins Self parking einzubiegen, in der Hoffnung, auf der anderen Seite auch wieder herauszufinden.

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Der Zion Canyon

zion
Endstation des Zion Canyon Pendelbuses
Für Autos ist die Strecke in den Zion Canyon gesperrt, aber eine kostenlose Pendelbuslinie bringt die Besucher bequem ins Tal. Der leise, weil Gas betriebene, Bus hat mit seinem Anhänger eher etwas von einem Bähnchen. Die Fahrer schildern während der Fahrt ein wenig die Besonderheiten der Landschaft und machen die Fahrgäste auch auf das Wildlife am Wegesrand aufmerksam wie z.B. die wilden Truthähne oder Ähnliches.
Auch der Zion Canyon ist ein Paradies für Freeclimber und Wanderer. Aber das ebene, waldige grüne Tal und die teils steil aufragenden roten Felsenberge und Seitentäler stellen schon eine wesentlich attraktivere Geologie dar, als z.B. Yosemite. Am Wendepunkt der Bustour, der letzten Haltestelle am "Temple of Sinawava" findet man sich wirklich in einem steilwandumschlossenen Canyon wieder. Einzelne Felssäulen ragen aus dem grünen Kessel, zwischen den Steilwänden auf. Tiefer in die Schlucht geht es nur noch zu Fuß, entlang am und teilweise auch durch den North Fork Virgin River.

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Der Bryce Canyon

Bryce Canyon
Einzelstehender Hoodoo im Bryce Canyon
Eigentlich ist der Bryce Canyon gar kein richtiger Canyon. Es handelt sich um die Abbruchkante des Paunsaugunt Plateaus, die hier über 100m steil in die Tiefe abfällt. Wie in der ganzen Geologie des Colorado Plateaus, sorgt eine Mischung aus Kalk- und Sandsteinen für interessante Verwitterungsstrukturen. Die Abbruchkante der Hochebene verläuft in weiten Halbbögen, einer Aneinanderreihung etlicher Amphitheater von Nord nach Süd. Diese Amphitheater werden hier als Canyons bezeichnet (Ponderosa, Agua, Bridge, Noon, Mud, Swamp, Cheep, Bryce, Campbell, Fairyland, Water -Canyon ... von Süd nach Nord), von denen der größte und interessanteste der Bryce Canyon im Norden des National Parks liegt.
Hoodooirrgarten
Ca 80m hohe Hoodoos. Der "Säulenirrgärten" des Bryce Canyon unterhalb der Plateaukante
Direkt an der Abbruchkante hat die Erosion tausende rot-weiße Steinsäulen übrig gelassen, sogenannte Hoodoos, die in jedem Amphitheater andere Strukturen bilden: große Felder von vielleicht 10m hohen Säulen, die dicht an dicht klumpen oder knapp 100m hohe auf ihrem oberen Plateau bewachsene Hoodoos, ebenso wie einzelne Steinbögen.
Diademhaeher
Diademhäher (engl. Stellars Jay, lat. cyanocitta stelleri). Mehr als hier gab es in der Sierra Nevada
Diese farbintensiven geologischen Erscheinungen, zusammen mit dem Wald in den Canyons und oben auf dem Plateau sind ein wirklich eindrucksvoller Anblick. Eine Sightseeing-Fahrt durch den Park zum Bryce Point lohnt sich auch wenn man wenig Zeit hat. Mehr Eindrücke kann man sicherlich sammeln wenn man einem der vielen Wanderwege folgt, die an der Plateaukante (Rim) entlangführen oder in die Canyons zwischen die Felsnadeln hinuntersteigen. Zu wärmeren Jahreszeiten ist auch ein Campingaufenthalt in einem der zahlreichen Zeltplätze unterhalb der Plateaukante mit Sicherheit sehr lohnenswert.

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Die Sache mit den Zeitzonen

Es gibt Eastern, Central, Mountain und Pacific Time. Gegenüber der mitteleuropäischen Zeit sind diese Zonen um -6, -7, -8 und -9 Stunden verschoben. In den meisten Staaten der USA existiert eine Sommerzeit (Daylight saving time) -Regelung (die mit unserer vergleichbar ist); so auch in den Staaten der Mountain Time Zone wie New Mexico, Nevada, Utah, die wir besuchten. Nicht aber in Arizona, wo während der Sommerzeit die Uhrzeit der in der Pacific Time Zone entspricht. Aber das unabhängige Navajo Indianerreservat, das einen Großteil von Nordarizona ausmacht, hat eine Sommerzeitregelung. So war es manchmal nicht ganz einfach, herauszufinden wieviel Uhr es gerade ist. Richtig schwierig wird die Sache erst, wenn gegen Ende Oktober alle Staaten an verschiedenen Tagen auf Winterzeit zurückstellen und niemand mehr weiß, wieviel Uhr es wo gerade ist. Da fragt man sich, wie schaffen es die europäischen Länder blos, eine einheitliche Sommerzeitregelung hinzubekommen, die Einzelnation USA hingegen nicht ...

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Canyon de Shelly, White House in between - ein Spaziergang

haus
Da hin wollen wir runter ...
Den White House Overlook, den Aussichtspunkt über dieses Cliff Dwelling (antikes Pueblo in/unterhalb der Steilwand), hatten wir uns für den Schluss aufgespart. Über 200 Höhenmeter führt hier ein 4km langer Trail in den Canyon hinunter zur "White House in between" Ruine. Die einzige
Canyon de Chelly
Im oberen Steilwandteil des Pueblos gibt ein geweißtes Haus weiter Rätsel auf
Stelle, an der man den heute von Indianern bewohnten Canyon betreten und das alte Pueblo aus der Nähe begucken darf. Dank Campen am Canyon war es noch reichlich früh und wir beschlossen hinabzusteigen und so einen Blick von unten auf Geologie, Vegetation im Tal und die alten Bauwerke zu werfen. Abseits der Ruine fand sich direkt am Fuß der Steilwand sogar noch ein Hinweis auf die heimische Fauna: eine leere Schlangenhaut die dem ursprünglichen Besitzer wohl zu eng geworden war. Als wir wieder zum Plateau hinaufsteigen, treibt auch ein älterer
Schlangenhaut
Eine ausgediente Schlangenhaut am Fuß der Steilwand
Indianer hoch zu Pferd seine Schafherde über den Felsenweg nach oben. Er versucht von jedem Touristen, der auch nur ganz vielleicht versehentlich ein Schaf mit abgelichtet hat 2 Dollar zu kassieren und beruft sich entrüstet auf das überall ausgewiesene Fotografierverbot bzgl. Indinaner (-besitz).
Knapp 2 Stunden brauchen wir für Hin- und Rückweg in den Canyon. Hier macht sich das Snowbird Höhentraining bezahlt.

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Mesa Verde - Cliff Palace

Zum Cliff Palace, einem sehr großen Pueblo unter dem Überhang einer Steilwand im Nationalpark Mesa Verde, kann man Ranger-geführte Touren mitmachen. Die Besucherzahlen hierfür sind allerdings limitiert, so dass man insbesondere in der Ferienzeit recht früh am Museum sein muss, um Karten für eine der stündlichen Führungen zu bekommen. Das Cliff Palace ist das Pueblo das üblicherweise auf Postkarten und in Reiseführern abgebildet wird: Aus der Höhe vom gegenüberliegenden Rand des Canyons aus fotografiert sieht man den Fuß einer Steilwand und dort die lehmverputzte Siedlung. Alles sieht nach Natur und unberührt aus und mitten in der Siedlung klumpt eine Gruppe Touristen (bunter Punkte) im Kreis um den Ranger, der das Leben der einstigen Bewohner dieser Anlage schildert.

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Oh dear - eine Rehbegegnung

another dear
Das Foto entstand zwar im Sequoia Park, aber so habe ich es auch noch untergebracht - und die Tiere waren ähnlich.
Wir haben den Rundgang auf dem "Far View Trail" in Mesa Verde nahezu beendet und sind bereits auf dem Rückweg zum Parkplatz, als drei Rehe von rechts aus dem lichten Unterholz kommen. Sie überqueren ein Stück vor uns den Weg und schlagen einen Bogen um uns herum, bis sie links unseres Weges stehen bleiben. Stehen da zwischen den Sträuchern und starren uns fasziniert an. Wir starren unter Einsatz hochentwickelter Kameratechnik nahezu ebenso fasziniert zurück. Aufmerksam, etwas unschlüssig spielen sie mit den riesigen Ohren und fixieren uns mit den großen dunklen Rehaugen. Zwei der Rehe sehen etwas jünger, aber doch nahezu ausgewachsen aus. Eine ganze Weile beäugen wir uns leicht angespannt gegenseitig. Plötzlich muss das ältere der drei Rehe niesen. Die beiden Jungen schrecken zusammen und sind ins Gebüsch auf und davon. Das ältere steht völlig verdutzt über sein Niesen da und beginnt sich ausgiebig mit einem Vorderlauf die Schnauze zu reiben, während wir uns vor Lachen fast nicht mehr einkriegen.

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Arches National Park

Wenn man von der Vielfalt (der Farbenpracht) im Death Valley einmal absieht, war Arches geologisch wohl das interessanteste Highlight auf der Reise. Neben den bestaunenswerten Sandsteinbögen und anderen
wallclimbing
Wall Arch. Durch den Bogen gibt es nach links einen sehr schönen Kletterweg bis oberhalb des Bogens
schrägen Erosionsprodukten kann man hier wunderbar wandern und klettern, in einer Landschaft die sich alle paar Meter grundlegend verändert. Klettern, auch Freeclimbing und richtiges Bergsteigen mit Seilen u.Ä. sind hier durchaus erlaubt. Vom ebenen Weg über Wanderpfade im Gelände, treppenartige Krakselstrecken, Kletterfelsen bis zur Steilwand ist hier für jeden Geschmack und Schwierigkeitsgrad etwas geboten. Alles spielt sich dabei im überschaubaren Rahmen ab, so dass man auch mit wenigen Stunden Zeitaufwand, einem Nachmittag, genug unternehmen kann. Für das freizügig erlaubte Klettern gibt es lediglich einige Regeln zum Schutz der Optik des Nationalparks und der Besucher.
Ebenso darf man die Wanderwege grundsätzlich verlassen, allerdings nur in ausgetrockneten Flussläufen oder auf blanken Felsen laufen. Der restliche Boden der Wüste ist mit einer sogenannten "Cryptobiotic Crust" bedeckt, die langsam wächst, empfindlich und für das Leben hier unabdingbar ist. Eine komplexe Mischung aus Cyanobakterien, Algen, Pilzen, Flechten usw. schützt den Boden vor Erosion und liefert Feuchtigkeit und Nährstoffe wie Nitrate für höhere Pflanzen.

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Antelope Island

Wie kleine schwarze Insekten kriechen Autos über den Damm vom Festland nach Antelope Island, spiegeln sich zusammen mit dem hellblauen Himmel in der glatten Wasserfläche des Salzsees. Leicht unscharf die Spiegelung der Rockies im Hintergrund.
Salzsee
Am nächsten Tag aus dem Flieger: Nordteil von Antelope Island mit Damm zum Festland durch den großen Salzsee
Weit im Dunst der Ferne geht der See nahtlos in den Himmel über. Zusammen eine große, einheitliche Fläche milchigen Blaus. Von den Bergen und Felsen der Insel zieht sich steppenartiges Gras- und Weideland bis hinunter an die Kies- und weiten Sandstrände. Aschweißer Sand, mit Salzflecken, der in das Graubraun bis Schwarz des Seeuferschlicks übergeht.
Ganz flach fällt das Ufer in das Salzwasser ab. Immer wieder erheben sich dunkle Schlickbänke über den Wasserspiegel und ragen als letzte Flecken einer kargen Landschaft aus dem unwirklichen Blau heraus. Zwischen und hinter diesen Flecken, ebenso wie in den Wasserlöchern und Pfützen am Ufer, scheint die Welt nicht mehr zu existieren. Wasser und Himmelspiegelung formen Löcher in der Realität, das Tor zu einer blauen Unendlichkeit.
Nur gelegentlich stört ein einsames Boot die Ruhe der unendlichen Fläche und mit sehr guten Augen kann man in der Ferne tausende von schwarzen Punkten auf dem diffusen Blau ausmachen: Wasservögel, die draußen auf dem See nach Brine Shrimps fischen.
Am Ufer weiden Bisons und liegen wie schattige Felsblöcke im hohen Gras und Gestrüpp. Die Luft riecht beinahe nach Meer: Salzwasser und Schlick, der leichte Beigeschmack von Verwesung.
Viele Trails (Wanderwege) führen über die Insel, am Ufer entlang oder hinauf zu romantischen Aussichtspunkten auf den Bergen und Klippen. Eidechsen huschen über die bunten Felsen am Weg und eine kleine Schlange verkriecht sich ins Dickicht.
Bis auf den Wind herrscht eine angenehme Stille hier und nur wenn man angestrengt lauscht, kann man in der Ferne die Geräusche menschlichen Lebens erahnen. Von den Erhebungen und Felsen an der Küste hat man einen traumhaften Blick auf den farbigen Uferverlauf der Insel, auf salzige Strände, bunte Kiesbänke im klaren Wasser und verloren im Dunst der Ferne die Rockies am Rand des großen Salzplateaus.

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Das Fazit der Reise

Wir hatten uns reichlich Programm vorgenommen für die 23 Tage Rundreise. Es blieb nicht viel Zeit, die ganzen Eindrücke wirklich in sich aufzunehmen und zu genießen, die bei solcher Fülle von wirklich sehenswerten (Natur-) Attraktionen, wie sie der "Wilde Westen" bietet, über einen hereinbrechen. Mit Sicherheit war es kein Erholungsurlaub, aber dafür um so mehr Erlebnisurlaub und eine geologische Fotosafari, wie man sie wohl nur in wenigen anderen Gebieten der Erde ähnlich variantenreich durchführen könnte. In jedem Fall hat unser Weg einen guten Überblick über die Touristenattraktionen des Südwesten der USA verschafft. Ich kann mir gut vorstellen, das ein oder andere nochmals zu besuchen, um mehr Zeit dort zu verbringen und vertiefte Eindrücke zu sammeln oder einfach nur die Landschaft zu genießen.

Meer hat mich schon immer mehr begeistert als Berge. Die Kombination mit Mammutwäldern und Felsenklippen lässt mich einen längeren Urlaub in Nordkalifornien durchaus in Erwägung ziehen. Drei Wochen Highway 1 und Redwood bis Oregon hinauf können bestimmt sehr faszinierend und erholsam gestaltet werden.

Yosemite ist, nunja, ganz nett. Wer eine Woche wandern will, oder auf Freeclimbing steht ist hier gut aufgehoben. Wenn man aber nicht gerade ein Star Trek 5 Fan ist und den Felsen des Captains sehen will, dann gibt's hier einfach nix zu sehen.

Sequoia. Noch mehr, wenn auch andere Mammutbäume als an der Küste. Schöne Wanderwege, ein klein wenig interessanter als Yosemite, aber wenn man nicht der Bäume wegen kommt, kann man auch nicht viel gewinnen.

Death Valley würde ich mir jederzeit nochmal ansehen. So viel Geologie auf einem Haufen bekommt man nie wieder irgendwo geboten und das mit mehr Flora als ich erwartet hätte. Eine faszinierend unwirkliche Landschaft aus der Zeit, als die Erde im Rohbau war.

Der Zion National Park ist auch ein schönes Ziel für Wanderfreudige. Hier lohnt durchaus ein Tagestripp schon, weil es landschaftlich auch auf einer kurzen Tour etwas zu erleben gibt in dieser Canyon-ähnlichen Tallandschaft. Muss ich persönlich aber nicht unbedingt nochmal hin.

Bryce Canyon. Da würde ich gerne nochmal hinfahren gerade, um dort vielleicht zwei Tage zu wandern. Die beeindruckenden Steinsäulenwälder einmal von unten sehen. Genug Grün und Fernblick gibt es außerdem.

Grand Canyon. Also der ist sooooo groß, dass man eigentlich eher meint, man stehe im Gebirge, oben auf einem Gipfel und sieht ins Tal hinab. Der Canyoneindruck geht etwas verloren dabei. Sehr schön bei Sonnenuntergang und ganz bestimmt sehenswert für jeden "Ersttäter", aber auf einer Wiederholungstour würde ich den nur einplanen, wenn Zeit bleibt um ein gutes Stück hinabzusteigen und aus anderen Perspektiven andere Eindrücke des Naturwunders zu bekommen.

Monument Valley. Jedem zu empfehlen. Unglaublich schöne Landschaftseindrücke und vor allem viel grüner als man es aus den Western zu kennen glaubt. Würde ich mir auch nochmal ansehen, wobei man hier kaum mehr Zeit verbringen kann als wir es bereits taten.

Canyon de Chelly. Da hat man wirklich alles auf einmal und überschaubar. Wer wenig Zeit für den Westen hat sollte genau da hinfahren: Mesas (Canyonplateau), alte Indianerpueblos in den Steilwänden, unten ein grünes Tal, man kann in einer "bequemen" 2 Stunden Wanderung vom South Rim aus hinabsteigen, das "White House in between" ansehen und wieder hinaufklettern. Ob ich noch ein zweites Mal hin muss, nachdem ich ihn gesehen habe? - Nicht unbedingt, aber auf der Beliebtheitsliste der Ziele dieser Reise steht er sehr weit oben.

Petrified Forest. Wenn man gerade in der Gegend ist, kann man sich's mal ansehen. Ansonsten ist der Weg dorthin recht überflüssig. Ich bin ein Fan von Bäumen und von Geologie, aber ob die bunten Felsen, die sichtlich aus den vorzeitlichen Bäumen geworden sind, nun hier in der kargen Landschaft rumliegen oder man sich mal irgendwo einen im Museum betrachtet, macht nicht viel Unterschied.

Mesa Verde. Für Ersttäter sehr sehenswert, besonders für Interessenten an der alten/frühen indianischen Kultur, da man hier nicht nur ein Pueblo im Steilhang direkt besuchen und hautnah besichtigen kann. Auch landschaftlich sehr schön. Aber kein Muss für eine zweite Tour.

Arches. Ein Muss für eine zweite Tour im Süden Utahs, wenn mehr Zeit zum Klettern und Wandern zwischen den Buntsandsteinbögen ist.

Die Städte San Francisco und Las Vegas, als wichtigste Touristenattraktionen auf unserer Reise, würde ich auch nochmals mitnehmen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Jede unvergleichbar, jede auf ihre ganz andere Weise einen (längeren) Besuch wert. Länger besonders in San Francisco.

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© kiwi@...perelin.de far far away ... 06.03.2002